Winterwanderung am 24.01.2026

Foto Klaus Schäfer

Trotz des guten Wanderwetters war die Teilnehmerzahl in diesem Jahr leider etwas geringer als in den vergangenen Jahren. Vielleicht lag es an der ungünstigen Wettervorhersage, die manchen davon abgehalten hat, mitzuwandern.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Bruno Übelacker ging es gut gelaunt los in Richtung Fischteiche.

An der Schautafel der Natur- und Vogelfreunde hinter den Fischteichen stieß Revierförster Thomas George dann zu der Gruppe, um den Anwesenden bei der weiteren Wanderung einen Überblick über den Zustand des Waldes zu geben:
Wie schon in den letzten Jahren konnte er zur aktuellen Situation des Waldes leider keine Entwarnung geben. Besonders der Fichtenbestand ist durch den Klimawandel dramatisch zurückgegangen, was sich auch auf die Population der Roten Waldameise auswirkt, die auf Nadelgehölze angewiesen ist. So kann man nur noch wenige Nester der auf der auf der „Roten Liste“ stehenden Ameisenart in unserer Gegend antreffen.

Weißtanne

Aber auch einen kleinen Lichtblick hinsichtlich der Nadelbaumproblematik konnte Thomas George vermelden: So wurde an einigen Stellen in der Gemarkung die Weißtanne erfolgreich nachgepflanzt. Diese kann mit ihren Pfahlwurzeln besser als die flachwurzelnde Fichte oder Kiefer auch an tiefer liegende Wasservorkommen gelangen und besitzt bei sinkendem Grundwasserspiegel einen Standortvorteil gegenüber anderen Nadelbäumen.

Große Probleme gibt es allgemein auf den Wiederaufforstungsflächen durch die wilde Brombeere. Die Ranken überwuchern innerhalb kürzester Zeit die kleinen Pflänzchen, nehmen diesen das Licht und lassen sich nur schwer und mit viel manuellem Aufwand bändigen.
Die Entwicklung eines weiteren Schädlings, des Eichenprachtkäfers, wird begünstigt durch milde Winter, warme Sommer und geringe Niederschläge. Bei den durch Trockenheit geschwächten Eichen konnte dieser in den letzten Jahren erhebliche Schäden anrichten.
Auch Buchen werden durch die extremen Witterungsverhältnisse, Schädlings- und Pilzbefall stark geschädigt. Besorgniserregend ist nach Einschätzung von Thomas George besonders das Absterben mittelalter Buchen in der Gemarkung. Gefährlich wird das auch für Spaziergänger, wenn Totholz in den Kronen plötzlich abbricht und zu Boden fällt.

Was können wir also tun, um die Zukunft unseres Waldes trotz des Klimawandels zu sichern?

Aus Sicht des Revierförsters kann es kein Patentrezept hierfür geben. Grundsätzlich seien Nachpflanzungen von wenig wasserbedürftigen Arten, wie Hainbuche, Traubeneiche, Wildkirsche, Esskastanie, Elsbeere und dergleichen sicher von Vorteil. Es müsse aber immer eine an den jeweiligen Standort angepasste Zusammenstellung gewählt werden. Dabei sollten sowohl der Stand der Wissenschaft als auch aktuelle eigene Erfahrungen herangezogen werden. Aber auch dann könne man nicht sicher sein, dass sich unsere Entscheidung in 50 oder 100 Jahren im Rückblick als richtig herausstelle.

Für diese aufschlussreichen Ausführungen bedankte sich der Vorsitzende Bruno Übelacker am Ende des Waldrundgangs bei dem Revierförster Thomas George.

Anschließend ging die Wanderung weiter zum Schützenhaus, wo es für die Teilnehmer zum Abschluss den traditionell im Backhaus zubereiteten Lammbraten gab.

Bruno Übelacker dankte abschließend allen freiwilligen Helferinnen und Helfern.